Orchesterfahrten

2012 - London und Swanage/England

ein detaillierter Bericht folgt…

2011 - Fahrt zu den Blockflötentagen Schaffhausen

Donnerstag, 08.09.2011
Endlich soll es losgehen. Wir, das sind 37 Flötenspieler/innen vom Blockflöten­orchester Wardenburg, sind von der Schweizer Blockflötenmanufaktur Küng zu ihren diesjährigen „Blockflötentagen in Schaffhausen" eingeladen worden. Treffen ist um 15.15 Uhr an der Schule in Wardenburg. Der Bus steht schon bereit. Jetzt nur noch Flöten, Notenständer, das elektrische Klavier, das Schlagzeug, und diversen anderen „Kleinkram" neben unseren privaten Sachen in den Bus schaffen. Der Busfahrer Ari ist schnell mit der Situation überfordert. Blockflöten sollte er fahren! Und wie fast alle Menschen, hat er Sopranflöten vor Augen. Dazu kam ein, wie heißt es auf Neudeutsch, Starkregen! Nass aber glücklich, doch alles in den Bus bekommen zu haben, fahren wir um 16.15 Uhr los. Lang war die Fahrt, aber wir waren alle frohen Mutes und aufgeregt, was uns erwarten würde. Nachts um 2.30 Uhr sind wir in der Jugendherberge „Belair" in Schaffhausen angekommen. Ein nettes Willkommensschild vom Herbergsvater, sowie Schokolade von der Firma Küng ließ uns ein wenig unsere Müdigkeit vergessen. Zimmer suchen, Betten beziehen, alles nicht so leicht mitten in der Nacht. Ich glaube, auch einige andere Herbergsbesucher haben unsere Ankunft genau verfolgt. Endlich schlafen!

Freitag, 09.09.2011
Bis 8.00 Uhr geschlafen, 9.00 Uhr Schweizer Frühstück ( deftiges , teilweise noch warmes Brot, Käse und Marmelade, Müsli und Cornflakes). Kurz vor Zehn haben wir uns auf den Weg gemacht die Firma Küng zu besichtigen. Wir waren eingeladen zu schauen, wo unsere Flöten herkommen. Zu Fuß ging es immer bergab, ja, wir waren in der Schweiz. Wir wurden sehr freundlich begrüßt und fanden uns wirklich sehr willkommen bei der Firma Küng. Schnell teilten wir uns in zwei Gruppen. Während die eine Gruppe sich den Flötenbau vom Holzstück bis zur fertigen Flöte ansah, bekam die andere Gruppe erklärt, wie unterschiedlich Töne aus Flöten kommen können. Keine unserer Fragen blieben von Andreas Küng und Geri Bollinger unbeantwortet. Nachdem nun beide Gruppen beide „Stationen" durchlaufen hatten, und alle sich am liebsten gleich eine neue Flöte gekauft hätten, einige haben das in den nächsten Tagen auch noch getan), sind wir von Ari abgeholt in unseren Bus gestiegen und nach Jestetten auf die Deutsche Seite gefahren. Hier haben wir dann nach Belieben in verschiedenen Restaurants zu Mittag gegessen. Es wurde immer wärmer, die Sonne lachte vom Himmel und wir hatten alle gute Laune. So gestärkt und bei Penny mit viel Wasser versorgt, sind wir dann zurück nach Schaffhausen.
Jetzt stand die Besichtigung des berühmten Rheinfalls auf unserem Programm. Auf diesem Weg dorthin sind wir durch so kleine Wege gefahren, dass ich hier einmal die tollen Fahrkünste unseres Busfahrers erwähnen möchte. Er drehte diesen Bus auf engstem Raum, Respekt Ari. Aber jetzt zurück zu den Rheinfällen. Sie waren schon beeindruckend. Einige von uns sind mit einem kleinen Boot auf einen kleinen Felsen vor die Fälle gefahren und hatten von oben einen tollen Ausblick, einige haben in der jetzt doch ganz schön heißen Sonne gechillt und einige sind mit einer kleinen Eisenbahn durch ein angrenzendes Industriegebiet gefahren. Dabei hatten sie das Gefühl eines zweiten „Reinfalls".
Nach diesem Ausflug und dem Schlafmangel von der Nacht zuvor waren alle froh zur Jugendherberge zurück zu kommen. In dem tollen Innenhof der Herberge gab es für alle etwas. Die Jüngeren haben auch schnell einen kleinen Verkehrsgarten hinter dem kleinen Wäldchen entdeckt. Mit Fahrrädern und Rollern hatten sie dort ihren Spaß. Wir Älteren haben, die einen mehr, die anderen weniger, geruht.
Pünktlich um 18.30 Uhr gab es Abendessen. Draußen!!! Wann konnten wir in diesem Sommer zu Hause draußen Abendessen? Geschnetzeltes, Reis und viel Salat. Wer seinen Teller abgeräumt hat bekam noch ein Eis. Oh, wie ging es uns gut.
Aber wir hatten noch Programm, also hoch, frisch gemacht, konzertfein angezogen und ab in die Santa Maria Kirche. Wieder steil bergab. Wie durften als geladene Gäste der Firma Küng (wir hatten alle unsere V.I.P. - Ausweise angeheftet) dem, wie schrieb die Schaffhauser Zeitung, international renommierten Altmeister der Blockflöte, Maurice Steger lauschen. Lauschen ist vielleicht der falsche Ausdruck, wir saßen mucksmäuschenstill, mit offenen Mündern in unseren Kirchenbänken und staunten über so viel Musik aus nur einer Flöte. Durch die Hallakustik der Kirche und dem genialen Spiel des Maurice Steger, war man geneigt weitere Flöten zu suchen. Toll, was für ein Erlebnis, die lange Fahrt hatte sich bis hier schon gelohnt. Anschließend haben wir uns unseren Berg hoch geschleppt und den sommerlich warmen Abend gesellig im Hof ausklingen lassen.

Samstag, 10.09.2011
Morgens um 8.00 Uhr, diesmal gut ausgeruht, wieder Schweizer Frühstück. Um 9.00 Uhr war Abfahrt zum Gemeindezentrum direkt neben der Kirche. Wir nahmen den Bus, alle unsere Musikutensilien mussten dorthin transportiert werden. Wieder stellte Ari seine Fahrkünste unter Beweis und brachte uns direkt vor die Tür des Gemeindehauses. Alles in den großen Raum und aufgebaut. Die Probe konnte beginnen. Wir haben nicht schlecht gestaunt, als Elmar als erstes „Vorübungen in C-Dur" verteilen ließ. Anschließend gab es dann noch „Vorübungen in DES-Dur", na ja, er wird schon wissen, was er tut. Während der Probe kam Geri Bollinger und hat sich bei Bedarf Flöten angesehen und Tipps zur Blastechnik gegeben.
Endlich die wohlverdiente Mittagspause. Wir hatten Würstchen aus Deutschland, dazu hatte Ulla Brödli aus Schaffhausen besorgt. Die waren so teuer, dass man das Blattgold gesucht hat. Aber auch lecker. So aßen wir unsere traditionellen Hot-Dogs.
Bis 14.00 Uhr hatten wir eine Pause, diese wurde wieder auf ganz verschiedene Weise genutzt. Einige gingen zu Küng (Flöten kaufen), einige in die Stadt und wie es das Glück wollte gab es genau gegenüber einen Park mit Spielplatz, so dass sich die Jüngeren nach dem vielen Stillsitzen auch bewegen konnten.
Um 14.00 Uhr Probenstunde mit Martina Joos, sie sollte uns einige Tipps geben, wie wir unsere neuen Stücke fürs Rathauskonzert besser interpretieren können. Eine sehr interessante Frau, die mit ihrer Art zu motivieren das Letzte aus uns rausgeholt hat.
Im Anschluss daran probten wir noch die drei Stücke, die wir am nächsten Tag beim Konzert zum Besten geben sollten. Mit letzter Kraft, vergessen wir nicht die Temperaturen von mindestens 28°C, schleppten wir uns auf unseren Berg. Dann haben wir Ari angebettelt, er möge uns abends zum Konzert fahren und, was noch wichtiger war, uns wieder abholen. Ari, du bist lieb!!!! Nach dem Abendessen, Spaghetti Bolognese, wieder draußen, geht es ab zu dem Konzert der Red Priest mit dem Flötisten Piers Adams. Sein Programm mit dem Namen „Bach und die Piraten" hielt was es versprach. Wie schrieb hierzu die Schaffhauser Zeitung: „Nicht weniger virtuos, aber in ganz anderem Rahmen, eine fast schon laszive Show“. Wir waren wieder sehr beeindruckt. Unter den Zuhörern war auch Maurice Steger, und ich weiß nicht wer, aber jemand hat es geschafft, ihn zusammen mit unseren Jüngsten auf ein Foto zu bannen. Dazu gab es noch viele Autogramme seinerseits. Wir haben es dann auch noch geschafft, dass sich Piers Adams mit unserem Nachwuchs fotografieren ließ. Ein toller Abend fand seinen Ausklang, wie konnte es anders sein, im Hof unserer Herberge bei geselligem Beisammensein.

Sonntag, 11.09.2011
Nach dem Frühstück ging es für die Spieler, die bei der Uraufführung des eigens für diese Blockflötentage komponierten Werkes „Andamos“ mitspielen wollten, wieder runter in das Gemeindehaus. Hier trafen wir auf noch ca. 50 andere Laienspieler mit Bässen, Sub- und Großbässen. Es übernahm die Probe zu diesem spannenden Stück die uns schon bekannte Martina Joos. Nach zwei Stunden Probe, mit mehr oder weniger talentierten Musikern, hatten wir eine Ahnung, wie sie sich dieses Stück vorstellte. Wir wurden in die Mittagspause entlassen, die wieder jeder individuell nutzen konnte. Um 14.00Uhr trafen wir uns dann zur Andamos Probe in der Kirche. Anschließend hatten alle Ensembles ihre Einspielzeit, so wie auch wir. Wir waren das einzige Orchester und bekamen von den anderen Spielern schon nach dem Einspielen viele Komplimente zu hören.
Das Konzert begann und endete mit dem Stück Andamos. Sehr beeindruckend welch starke Melodie nur aus den tiefen Instrumenten entstehen kann. Der Komponist Ernest Hiltenbrand war vor Ort und konnte sein Stück wohl auch zum ersten Mal so hören. Nachdem drei kleine Ensembles ihre Stücke zum Besten gegeben haben, waren wir dran. „Ihr habt sie alle aufgeweckt!", so das Zitat von unserem Ari. Wir bekamen Zwischenapplaus und hinterher fast nicht endenden Applaus. War schon cool!!! Wir haben die Schweiz gerockt. Ich zitiere kurz aus den Schaffhauser Nachrichten vom nächsten Tag: „ ... bis zum 32-köpfigen, vornehmlich jugendlich-weiblichen Orchester aus dem norddeutschen Wardenburg, das mit geradezu sinfonischen Dimensionen aufwartete.“
Tief zufrieden und völlig k.o. haben wir alles in den Bus gepackt, und sind gegenüber in das Casino zu Schnittchen, die sich als Käsewürfel mit kleinen Brotstückchen herausstellten, gegangen. Aber egal, wir haben alle Teller leer geputzt und tolle Gespräche mit Andreas Küng und Geri Bollinger gefuhrt. Elmar hat noch alle zu unserem diesjährigen Rathauskonzert eingeladen. Als Maurice Steger noch auftauchte wurde auch er kurzer Hand eingeladen. Wir lassen uns überraschen, aber es wäre schon einen Traum wert, diese Menschen im November bei uns begrüßen zu können. Abends dann im Hof unserer Herberge, wir haben alles was wir noch zu essen hatten auf einen großen Tisch gekippt, holte uns in Form eines Regenschauers die Realität wieder ein. Morgen mussten wir nun wieder fahren und wären noch so gerne geblieben.
Vielen Dank an Elmar und Ulla Flore, die diese Fahrt möglich gemacht haben. Vielen Dank an Andreas Küng und Geri Bollinger, die uns das Gefühl gegeben haben, sehr willkommen in Schaffhausen und etwas sehr Besonderes mit unserem Orchester zu sein!

Im Namen aller Teilnehmer:
Sigrid Marchewa-Meyer

2007 - London

9 Jahre nach unserem letzten Besuch machten wir uns in den Osterferien 2007 wieder auf die Reise, unsere Freunde in Swanage (nahe London) zu besuchen. Wir erlebten eine tolle Fahrt, sahen viel von London und haben ein tolles Konzert vor unseren Freunden in Swanage gegeben.
Hier ein kleiner Auszug aus unserem umfangreichen Programm (um einen kleinen Einblick zu bekommen, was den Jugendlichen auf unseren Fahrten alles geboten wird):

Sa. 7.04: Abfahrt in Wardenburg
So 8.04: Überfahrt Calais-Dover, Weiterfahrt nach London, erste eigenständige Erkundungen, abends Unterkunft im Hotel "Express by Holiday Inn" in Croydon (Vorort Londons)
Mo 9.04: Stadtrundfahrt London, Erkundungen, Fahrt zu unserem "Hauptquartier", dem "Seaview Holiday Park" in Preston/Dorset (nahe Swanage)
Di 10.04: Konzert im Lulworth Castle vor dem Besitzer, Lord Lulworth
Mi 11.04: Stonehenge u.a.
Do 12.04: Tagesausflug nach London (u.a. Madame Tussauds, Harrods...)
Fr 13.04: Besuch Swanage, abends Konzert zusammen mit unseren Freunden, dem dortigen Blockflötenorchester "Metrognomes"
Sa 14.04: Bournemouth, Rückfahrt zur Fähre
So 15.04: mittags Ankunft zurück in Wardenburg

2006 - Rom

Der Traum von Elmar Flore sollte endlich in Erfüllung gehen. Das Orchester fährt nach Rom.
Am 31.03.2006 begab sich ein vollbesetzter Bus in Richtung Italien und traf nach 24 Stunden in Rom ein.

Die Unterbringung erfolgte im Country Club Castell Fusano, einer Ferienanlage mit fast 1600 Betten. Bereits am Sonntag brachen wir zu einer Stadtführung auf und durften die Capelle des Camps und die Katakomben besichtigen. Weitere Höhepunkte waren die Audienz beim Papst, der uns namentlich als Gäste begrüßte, die Besichtigung der Patriarchsbasilika San Paolo fuori le Mura, der Trevi-Brunnen, ein Besuch und von einigen auch ein Bad am Strand Pompeji und vieles mehr.

Die 32 aktiven Spieler des Orchesters hielten sich mit Proben in der Kapelle des Camps in Form und gaben spontan ein Konzert in der Patriarchsbasilika.

Leider kam es nicht zu einem Konzert im Petersdom, was jedoch dem Erfolg dieser Reise keinen Abbruch tat. Alle Begleiter des Blockflötenorchesters Wardenburg waren von den musikalischen Fähigkeiten desselben begeistert, so dass alle Aktiven die Heimreise zusätzlich mit Gesang bereicherten.

2004 - Danzig

Auf Einladung des Musikinternates Danzig verbrachten wir eine gute Woche in Polen und lernten neben diesem Land auch viele Jugendliche in unserem Alter kennen, die nicht wie wir in einer allgemeinen Schule unterrichtet werden, sondern schwerpunktmäßig im musikalischen Bereich gefördert werden. Die Verständigung erfolgte über unseren Dolmetscher, einige Mitglieder unseres Orchesters, die polnisch sprechen können und über das uns alle bekannte Schulfach Englisch.

Am 14.04.2004 gaben wir ein großes Konzert in dem Musikinternat. Eröffnet wurde es von unserer Sologruppe und der Basso-continuo Gruppe der Musikschule, gefolgt von dem ganzen Orchester und dem Mädchenchor des Internates.

Ein weiteres Konzert mit den gleichen Teilnehmern folgte zwei Tage später in einer Sportschule in Prudsz, welches ebenfalls mit viel Applaus endete.

Neben dem musikalischen Erfolg haben wir auch viel von dem Land gesehen, die Marienkirche, die Bernsteingasse, die Stadt Zoppot, die Insel Hel und so vieles mehr. Es war eine rundherum gelungene Fahrt.

Hier ein ausführlicher Bericht:

Nachdem wir am Sonntagabend pünktlich um 18.30 Uhr den Parkplatz der Everkamp-Schule verlassen hatten, machten wir uns in unserem Bus auf den Weg nach Polen.
Zwei kurze Pausen und zwei kinderfreundliche Videos brachten uns unserem Ziel immer näher. Langsam wurde es ruhiger im Bus, da alle Orchestermitglieder, jung und alt, müde wurden. Leider blieb nicht viel Zeit zum Schlafen, da wir bald die deutsch-polnische Grenze erreichten, an der wir ca. 1 Stunde Aufenthalt hatten.
Unser Schreiben zur Befreiung von den an der Grenze zu entrichtenden Gebühren nutzte uns nichts, da die Grenzbeamten stur an Ihrer Satzung festhielten und von uns die Gebühren einforderten, zudem noch in Zlotys, die leider niemand von uns dabei hatte. Wegen des Feiertags waren auch die dortigen Wechselstuben geschlossen. Erst als sich einer der Zollbeamten erbarmte und uns privat Euros in Zlotys wechselte, konnten wir nach Zahlung der Gebühren, sowie Kontrolle der Kinder- und Reisepässe unsere Fahrt fortsetzen.
Nach einigen Stunden Fahrt kam das halb schlafende Orchester in dem an der Ostsee gelegenen Kurort Zoppot an. Da wir unsere Hotelzimmer erst ab 12 Uhr beziehen konnten, machten wir hier Station. Während unseres zweistündigen Aufenthaltes lernten wir auch gleich einen polnischen Osterbrauch kennen.
Kinder und Jugendliche bespritzen sich gegenseitig mit Wasser. Ein so genannter Fruchtbarkeitsritus aus früherer Zeit, der aber von der heutigen Jugend mit viel Spaß ausgeübt wird. Leider bekamen dies auch einige unserer Orchestermitglieder am eigenen Leib zu spüren. Halb durchnässt erreichten wir den Bus und fuhren nun unserem endgültigen Ziel entgegen, um aus den nassen Sachen heraus zu kommen.
Wir bezogen unsere Zimmer, die uns allen sehr gefielen. Nachdem wir uns eingerichtet, geduscht, geschlafen und später auch gegessen hatten, relaxten wir für den kurzen Rest des anstrengenden Tages.
Sönke, Elisa + Johannes

Dienstag, 13.04.2004
Nach ausgiebigem Frühstücksbuffet im Haupthaus fuhren wir gegen 8.45 Uhr mit dem Reisebus der Firma Meyer aus Ahlhorn zur Besichtigung der Marienburg (auf polnisch Malbork).
Anna, die polnische Deutschlehrerin des Musikinternates, auf dessen Einladung wir Danzig besuchten, hatte dort für uns zwei deutschsprachige Besichtigungsführerinnen bestellt, die uns bereits erwarteten.
Nach Aufteilung in zwei Gruppen, machten wir uns auf den Weg. Unsere Begleiterinnen waren Deutschlehrerinnen der Oberstufe aus Danzig, sodass es für uns ein leichtes war, ihren Erläuterungen zu folgen.
Als erstes erfuhren wir einen Teil der Geschichte der Marienburg, die im 13. Jahrhundert eigentlich als Wehrlager errichtet wurde. Zu dieser Zeit führten die Kreuzritter Kriege gegen die dort ansässigen Bruzzen, die sie christianisieren sollten.
Heute ist die schon größtenteils restaurierte Marburg ein historisches Denkmal.
Nach Führung durch die Schatzkammer, einige Empfangsräume, sowie Schlaf- und Aufenthaltsgemächer der Herrschaften, besichtigten wir die Küche und die Backstube, in denen das Personal für das leibliche Wohl der Burgbewohner sorgte.
Attraktion für unsere jüngeren Orchestermitglieder war die Münzprägerei, angesiedelt in der ehemaligen Bäckerei. Eines unserer jüngeren Mitglieder durfte mit originalen Werkzeugen eine ehemals originale Münze prägen. Anschließend konnte man für ein paar Zlotys verschiedene Münzen der damaligen Zeit mit den passenden Ledersäckchen erstehen.
Das Ende der Besichtung bildete das Bernsteinmuseum, das in einem der Kellergewölbe untergebracht war. Es war erstaunlich, die mannigfaltigen Farben und Gegenstände zu bewundern, die sich aus Benstein herstellen ließen.
Nach Verlassen der Kellergewölbe erklärte uns unsere Führerin, das die wichtigsten Räumer der Burg, sowie die Kirche leider nicht besichtigt werden können, da die Restauration noch nicht abgeschlossen seien und Risse in den Decken und im Mauerwerk die Sicherheit der Besucher zu stark gefährden würden.
Nach Einkauf von Ansichtskarten und Briefmarken für unsere Lieben daheim, bestiegen wir wieder unseren Bus, der uns zum Musikinternat nach Danzig brachte. Dort wurden wir um 15.00 Uhr in der Internatskantine zum Essen erwartet.
Danach ging die Arbeit los; denn wir waren ja nicht nur zu unserem Vergnügen in Danzig.
Wir trugen all unsere Instrumente, sowie Schlagzeug und Perkussion in den Konzertsaal. Nachdem wir alles aufgebaut hatten, trafen auch unsere polnischen Mitstreiter ein, die Basso-continuo Gruppe für unser Solostück, sowie der Schulchor, der mit uns das Conquest of Paradise von Vangelis darbieten wollte.
Da wir zwei Mädchen mithatten, die polnisch sprachen, klappte die Verständigung zwischen unserem Orchesterleiter und dem Chorleiter des Schulchores hervorragend. An der dortigen Internatschule wird sowohl deutsch- als auch englisch gelehrt, sodass auch wir eine vorsichtige Verständigung wagen konnten.
Nach der Probe luden einige des Schulchores die älteren Mitglieder in unserem Orchester zu einer abendlichen Tour durch die Altstadt ein.
Zum Schluss landeten wir nach Besichtigung der St. Katharine Kirche und des Neptunsbrunnens noch zu einem gemeinsamen Abschluss in einem Lokal.
Es war ein schöner Tag.
Kirsten

Mittwoch, 14. April 2004
Der Mittwochmorgen begann sehr früh, da die Abfahrt von unserer Unterkunft bereits um 8.15 Uhr stattfinden sollte.
Das Frühstück an diesem Tag gestaltete sich zu einer echten Herausforderung. Erst mussten wir mit einem Ständchen für unser Geburtstagskind Bianca unsere gesanglichen Fähigkeiten und im Anschluss daran unsere Geschicklichkeit im Umgang mit Kaffe oder Tee und unseren weißen Blusen bzw. Hemden unter Beweis stellen.
Gut gestärkt starteten wir so in einen, auch etwas anstrengenden, Vormittag. Nach einer abschließenden Probe, an der auch wieder der uns begleitende Mädchen-Chor teilnahm, begann mit einem Konzert um 11 Uhr ein wichtiger Punkt unseres Polen-Programms.
Fast 2 Stunden dauerte das Konzert, das von unserer Sologruppe und der Basso-continuo Gruppe der Musikschule erfolgreich eröffnet wurde. Mit viel Applaus und dem zusammenpacken unserer Instrumente endete dieses unser erstes Konzert in Danzig.
Bevor wir nun wieder in die Internatskantine zum Essen gingen, hielt der Direktor der Musikschule, Herr Rymarsz einen kurzen Vortrag mit den wichtigsten Fakten, die die Internatsschule grob charakterisierte. Für uns übersetzte die dortige Deutschleherein Anna seine Ansprache.
Nach dem Mittagessen, der Rückfahrt zur Jugendherberge, wo wir uns wieder zivilisierten, brachte uns der Bus in die Stadt, wo wir den restlichen Tag selbst gestalten durften.
Einzige Bedingung war, dass alle bis zum Abendessen um 19 Uhr bzw. 19.30 Uhr wieder zurück in unserem Hotel sein mussten.
So endete auch dieser ereignisreiche Tag.
Viola

Donnerstag, 15. April 2004
Morgens um 8.00 Uhr sind wir zum Frühstück gegangen. Dieses wurde jeden Tag in Buffetform angerichtet und im Nachbarhaus serviert.
Nach dem Frühstück haben wir uns alle um 9. 00 Uhr am Bus getroffen, um anschließend zu dem nahe gelegenen Musikschulinternat zu fahren.
Dort stieg das Stadtführerehepaar in unseren Bus, die uns Danzig zeigen sollten. Zu Beginn haben sie sich vorgestellt und uns mitgeteilt, nach welchen System sie die Stadtführung machen würden.
Als erstes fuhren wir mit dem Bus durch die Stadt und unsere Stadtführerin kommentierte die zu sehenden größtenteils wieder rekonstruierten Sehenswürdigkeiten, wie z. B. das Krantor, den Sahnetopf und die Milchkanne, in deren Nähe am Samstag unsere Schifffahrt nach Hel beginnen sollte.
Im Anschluss an diese Busrundfahrt und nachdem wir einen gewachten Parkplatz gefunden hatten, eroberten wir wieder in zwei Gruppen die Altstadt von Danzig.
Wir besichtigten die Katharinen Kirche und die Altstadt und erfuhren eine Menge Geschichte über Danzig. Unter der Herrschaft der Kreuzritter wurden nach den Reformationskriegen viele Hugenotten, Lutheraner und ähnliche Glaubenrichtungen angesiedelt, da die Stadtväter ziemlich liberal waren. Die Stadt erreicht im Mittelalter ihre höchste Blüte.
Dieses spiegelt sich auch heute noch in den wunderschön rekonstruierten Altstadtfassaden wieder.
Wir besichtigten in der Pause eine Bernsteinschleiferei und erfuhren weiter Einzelheiten über das Gold der Ostsee.
Die Marienkirche war unser letztes Ziel. Die jüngeren aus unserem Orchester wollten unbedingt den Turm besteigen, während einige der mitgefahrenen Mütter sich über eine ruhige Kirchenführung freuten.
Nachmittags machten wir wieder die Stadt unsicher, vor allem die Bernsteingasse war das Ziel unseres Interesses.
Einige unsere älteren Mitglieder hatten sich wieder mit einigen Chormitgliedern des polnischen Mädchenchores verabredet.
Andere sind in einem Park auf eine polnische Jugendkirche gestoßen. Unsere männlichen Mitglieder spielten gemeinsam mit polnischen Jugendlichen Fußball und hatten sehr viel Spaß dabei. Die Kommunikation war nicht so ganz einfach, da die polnischen Jugendlichen des englischen nicht so ganz mächtig sind, und wir leider kein polnisch sprechen.
Am frühen Abend trafen wir uns alle wieder am Musikschulinternat, wo unser Bus auf uns wartete, mit dem wir gemeinsam zu unserem Hotel fuhren, in dem wir den Abend ruhig ausklingen ließen.
Wiebke

Freitag, 16. April 2004
Nach einem ausführlichen Frühstück begaben wir uns zum Musikinternat, wo schon der polnische Bus, besetzt mit dem Schulchor, sowie der Basso-continuo Gruppe auf uns wartete.
Gemeinsam fuhren wir zu der 4. Schule nach Prudsz.
Dort angekommen wurden wir von den Schülern begrüßt und in die Turnhalle geführt, in welcher das Konzert stattfinden sollte.
Nach dem Auspacken unserer Instrumente und einer kurzen Einspielprobe begann um 12 Uhr unser Konzert.
Vorher waren jedoch noch einige „kleinere“ technische Probleme zu meistern. Dabei fiel uns vor allem auf, dass die Schule eine nicht so umfangreiche Ausstattung besaß, da alle Schüler ihre eigenen Stühle aus den Klassenzimmern mitbringen mussten.
Dieses trübte jedoch keineswegs die Begeisterung für unser gemeinsames Konzert mit den Mitgliedern des Musikinternates.
Anschließend nahmen wir die Einladung an, mit dem Chor und dem Direktor des Musikinternates und der Schule Nr. 4 in der Schulkantine ein polnisches Nationalgericht zu essen.
Zu unserer Unterkunft fuhren wir nur zurück, um uns um zu ziehen. Da wir noch einen weiteren Ausflug zum Zoppoter Strand machten.
In kleinen Gruppen besichtigen wir den wunderschönen Badeort oder konnten einfach am Strand liegen.
Gegen 19 Uhr traten wir die Rückfahrt zum Hotel an, wo uns die von „Angela“ bestellte Pizza erwartete, die wir sichtlich genossen.
Johannes und Viola

Samstag, 17. April 2004
Der Samstag begann für uns alle sehr früh, da wir noch Zeit brauchten, um den Rest unserer Sachen in die Koffer zu packen.
Nach dem Frühstück wurden alle Koffer, Taschen und Musikinstrumente im Bus verstaut. Noch ein letzter Blick auf unser Hotel und dann ging es los in Richtung Hafen, von wo aus wir mit dem Katamaran Rubin bei herrlichstem Wetter in Richtung Hel fuhren. Das Schiff wurde extra für uns eingesetzt, da die Schiffe normaler weise erst ab Mai fahrplanmäßig fahren. Somit hatten wir die Rubin 2 ½ Stunden ganz für uns alleine.
Vorbei ging es an der Westerplatte, auf dem wir das Denkmal zur Erinnerung an den Beginn des 2. Weltkrieges zu sehen bekamen und fotografieren konnten.
Unser Bus erwartete uns im Hafen von Hel und da die Möglichkeiten für ein gemeinsames Mittagessen dort um diese Zeit noch nicht gegeben sind, fuhren wir erst einmal los in Richtung Festland.
Unterwegs erreichten wir ein kleines Restaurant an der Ostsee, das Zeit und Möglichkeit hatte, uns alle nochmals abzufüttern.
Im Anschluss ging unser Weg durch das malerische Polen endgültig in Richtung Heimat.
Unser Aufenthalt an der Grenze war dieses Mal auch nicht lange und nach dem Fahrerwechsel in Stolpe erreichten wie gegen 2.35 Uhr wieder unseren Zielort, an dem bereits alle Eltern auf uns warteten und glücklich wieder ihre Kinder einsammelten.
Der Eindruck, den Polen und Danzig auf uns machten, wird uns immer in Erinnerung bleiben und vielleicht klappt es ja doch, dass die Basso-continuo an unserem diesjährigen Rathauskonzert in Wardenburg teilnehmen wird.
Vielleicht wird es uns möglich sein, einmal wieder das schöne Danzig zu besuchen.
Claudia, Katharina und Christine

2003 - Weimar und Erfurt

2003 machten wir jedoch wieder in Sachen Kultur und verbrachten das schulfreie verlängerte Wochenende von Christi Himmelfahrt bis Sonntag in Weimar und Erfurt.

2002 - Cherbourg/Frankreich

Nachdem wir über Kontakte mit einer französchen Freundin eine Einladung der Hochschule in Cherbourg bekamen, führte uns die Reiselust im Jahre 2002 wieder nach Frankreich. Einige Studenten der dortigen Hochschule arbeiteten diesmal ein Programm für uns aus, und so ließen wir uns überraschen. Einige von unseren Mitgliedern waren in Gastfamilien untergebracht, der Rest in der Jugendherberge. Das Wetter war gut und unser Konzert begeisterte die Franzosen, so dass man uns bat, doch gleich im nächsten Jahr wieder zu kommen.

2001 - Dresden

Wir beschlossen, etwas von unseren neuen Bundesländern kennen zu lernen und verbrachten die Pfingsttage in Dresden. Obwohl der Wettergott nicht so gut mitspielte, bekamen wir viel zu sehen, und beschlossen, solche Kulturreisen zu wiederholen.

1997 - England

Die Osterferien 1997 und 1998 verlebten wir in England. Diese Besuche wurden von unseren englischen Freunden aus Swanage im Herbst 1998 erwidert und mit einem gemeinsamen Rathauskonzert in Wardenburg abgeschlossen.

1994 - Picauville/Normandie

Das Pfingstfest verbrachten wir auf Einladung der dortigen Musikschule in Picauville/Normandie.

1991 - Wiener Christkindlmarkt

Den Wiener Christkindlmarkt besuchten wir in der Adventszeit 1991 und haben an der Wiener Adventsmusik im dortigen Rathaus teilgenommen

1990 - In unserer Partnergemeinde Röbel

Wir waren am 17. Juni 1990 in Röbel an der Müritz zu Gast und musizierten während des Festaktes in der dortigen Kirche.

1988 - Paris bei Tag

erlebten wir in den Herbstferien 1988, an dessen Abschluss ein Konzert im Musikkonservatorium von Versailles stattfand.